Hochzeit in der Zeche Waltrop mit Feier in der Werkstatt Stromberg

…wie ich Hochzeiten fotografiere und was eigentlich alle mit dieser „Hochzeitsreportage“ meinen…

Liebes Brautpaar,

natürlich möchte ich Euch gerne die Bilder dieser wunderschönen Hochzeit in der Zeche Waltrop zeigen, genauso wie die Fotos der tollen Party, die anschließend in der Werkstatt Stromberg stattfand, zeigen. Ich möchte diesen Beitrag aber auch dafür nutzen, um ein paar Worte über meinen Stil und meine Arbeit als Hochzeitsfotografin zu verlieren und einige häufig gestellte Fragen beantworten.

Alle wollen diese „Hochzeitsreportage“, aber manchmal ist nicht ganz klar, was damit eigentlich gemeint ist. Oder dass das Ergebnis auch stark vom gewählten Fotografen abhängt. Mehr darüber erfahrt ihr weiter unten.

Aber erstmal zum Wichtigsten: Unserem Traumpaar Pia und Valentin!

Lovebirds

Pia und Valentin haben sich ganz klassisch auf der Arbeit kennen gelernt und sehr schnell gespürt, dass sie zueinander gehören. Sie sind schnell zusammen gezogen und teilen viele Interessen, wie die Liebe zu fernen Ländern und das Wandern. Ihre Hochzeit in der Zeche Waltrop war für die beiden und auch für alle Gäste der Höhepunkt einer anderen wunderbaren Reise und einer der glücklichsten Tage. Man kann auf den Bildern deutlich sehen, wie glücklich und gerührt die beiden waren und verliebt, wie am ersten Tag. Aber sehr selbst:

Trauung im Fördermaschinenraum der Zeche Waltrop

Die standesamtliche Trauung von Pia und Valentin fand im Fördermaschinenraum der Zeche Waltrop statt. Wenn Ihr selbst eine standesamtliche Trauung plant, denkt dran, Euch rechtzeitig (6 Monate im vorher, am besten auf dem Tag genau) um den Termin zu kümmern. Die Standesbeamtin kommt dann extra für Euch zur Zeche Waltrop, um Euch zu trauen. In der Wahl des Zeitpunktes seid Ihr unter Umständen aber nicht flexibel und müsst die vorgeschlagene Zeit wählen. Hier fand die Trauung bereits um 12 Uhr mittags statt.

Das ist aber nicht schlimm, da Ihr problemlos Euren Tagesablauf um diese Zeit legen könnt. Bei dieser Hochzeit gab es direkt nach der Trauung einen Empfang mit Sekt und Häppchen, danach haben Pia und Valentin einen Bus organisiert, der die Hochzeitsgäste zur Zeche Zollern gebracht hat, wo die Gäste an einer Führung durch die Zeche teilnehmen konnten.

Hochzeitsreportage

Bei den Bildern oben könnt Ihr schon sehr gut sehen, worum es mir bei einer Hochzeitsreportage geht: Möglichst wenig zu stören und die Momente, aber vor allem die Emotionen so einzufangen, wie sie eben geschehen. Gerade bei Pia und Valentin war das wunderschön. Die beiden haben vor Freude und Glück nur so gestrahlt. Niemals würde ich diese Momente unterbrechen und die beiden bitten, mal in die Kamera zu lächeln oder sich irgendwie unnatürlich zu verhalten.

So einfach lässt sich mein Reportagestil zusammen fassen. Ich möchte, dass Ihr Euch genauso fühlt, wie in eben diesem Moment, wenn ihr die Bilder Jahre später betrachtet.

Schwarz-weiß in der Hochzeitsfotografie

Wann entscheide ich mich bei Bildern für schwarz-weiß? Immer dann, wenn der Blick auf das wesentlich gelenkt werden soll. Denn wenn die Farbe fehlt, achtet man viel mehr auf eine bestimmte Körperhaltung oder den Ausdruck auf einem Gesicht. Auf die Stimmung in einem Foto und wie sich die abgebildeten Menschen fühlen. Wenn ich all dies hervor heben will, werden die Bilder schwarz-weiß.

Es gibt aber noch einen zweiten Grund für schwarz-weiß, den erfahrt ihr weiter unten und auch etwas über Farbinseln, die für mich in der Darstellung ebenfalls wichtig sind.

Herzen und Drücken

Bei den Gratulationen nach der Trauung kann man leicht den Überblick verlieren. Hier ist es als Fotograf wichtig, schnell zu sein und einen kühlen Kopf zu bewahren. Ich fotografieren ja am liebsten die Gesichter und die Gefühle, die sich auf ihnen wiederspiegeln. Und besonders liebe ich einen etwas versteckten Winkel, etwa hinter einer Schulter hervor, als würde man einen ganz privaten Moment beobachten, der nur zwei Personen gehört und eben nur für diese beiden Menschen festhalten.

Hochzeitsfeier in der Werkstatt Stromberg auf dem Zechengelände Waltrop

Die Hochzeitsfeier von Pia und Valentin fand in der Werkstatt Stromberg auf dem Gelände der Zeche Waltrop statt. Auch hier passieren viele Dinge, die unbedingt festgehalten werden. Ich mische mich möglichst unauffällig unter die Gäste und mache Fotos von den Geschenken und den Unterhaltungen. Natürlich fotografiere ich nicht, während Eure Gäste gerade den Mund voll haben. Ich versuche sie eher in angeregter Unterhaltung zu erwischen, vor allem, wenn sie gerade Lachen. Nicht immer ganz leicht, denn sobald die Gäste eine Kamera bemerken, gehen sie in Fotopose. In diesen Momenten liebe ich meine verhältnismäßig kleine Kamera, die Fujifilm Xt-3, die zwar Bilder in spiegelreflexqualität abliefert, aber keine Spiegelreflexkamera (und deswegen deutlich kleiner) ist. Auch hier fotografiere ich viel lieber natürliche, echte Momente, als Posen. Und ich achte darauf, dass jeder Gast auch auf einem Bild existiert.

Und wo sind die Bilder vom Paarshooting?

Bei dieser Hochzeit haben wir komplett darauf verzichtet. Ein vielleicht radikaler, neuer Ansatz der Hochzeitsfotografie, den ich von meinem großem Vorbild in der Hochzeitsfotografie, dem britischen Hochzeitsfotografen Kevin Mullins, gelernt habe. Er fotografiert ausschließlich im Reportagestil und fängt nur Momente ein. Bei ihm gibt es keine gestellten Paar- oder Gruppenbilder. (Wenn ihr wunderschöne, natürliche und ausschließlich ungestellte Hochzeitsfotos sehen wollt, schaut unbedingt mal bei ihm rein!)

Pia und Valentin wollten genau diesen Ansatz für ihre Hochzeitsreportage und ich fand es super! Deswegen haben wir auf ein Paarshooting komplett verzichtet, auch weil die beiden genug Zeit mit ihren Gästen verbringen wollten. Natürlich habe ich sie dennoch als Paar fotografiert, aber in natürlichen Momenten, die ohne mein Eingreifen geschehen sind.

Wenn Ihr bei Eurer Hochzeit gerne Paar- und Gruppenbilder hättet, werde ich sie gerne für Euch machen. Dass ich Paare auch in einer gestellten Shootingsituation auch natürlich posieren lassen kann, könnt ihr hier sehen. Ich finde nur diesen anderen, völlig ungestellten Ansatz der Hochzeitsfotografie unglaublich reizvoll und interessant, weswegen ich auch dafür offen bin.

Weitgehender Versicht auf Blitzgeräte

Im nächsten und letzten Teil dieser Bilderserie könnt Ihr sehen, wie ungeblitzte Bilder wirken. Beim Torte anschneiden und auch beim Hochzeitstanz sind die Bilder erfüllt vom Umgebungslicht, das zu dieser Zeit herrschte. Die Bilder mögen etwas bunt anmuten, doch ich finde sie so viel ästhetischer, als wenn ich jede Farbe aus den Gesichtern wegblitzen würde und der Hintergrund im Vergleich zum Motiv, dem Brautpaar, viel dunkler wäre, wie das beim Fotografieren mit Blitz nunmal der Fall ist. Ich habe so das Gefühl, der Situation treu bleiben zu können und meinen Paaren Bildern zu geben, die sie genau an einen Moment erinnern, eben auch durch die Lichtstimmung.

In der unten gezeigten Situation beim Torte anschneiden und später auch beim Hochzeitstanz war kein natürliches Licht vorhanden (es war bereits dunkel) und auch nur wenige Lichtquellen. Durch lichtstarke Objektive kann ich trotzdem mit weit offener Blende rauscharm fotografieren. OK, das war jetzt Fotografenjargon für alle, die sich ein bisschen auskennen. Im Grunde meine ich damit nur: Auch wenn es wenig Licht gibt, kann ich trotzdem ohne Blitz Bilder in hoher Qualität schießen.

Schwarz-weiß, wenn Farben verrückt spielen

Was aber tun, wenn die Bilder durch die Farblichter der Band unmöglich aussehen?

Oben habe ich ja schon geschrieben, dass ich in zwei bestimmten Situationen Bilder in schwarz-weiß produziere. Hier die zweite Situation. Wenn Bilder zum Beispiel nur blau sind und das keinen interessanten, ästhetischen Effekt hat, mache ich sie schwarz-weiß.

Farbinseln

Es ist für das Auge anstrengend und irritierend, wenn schwarz-weiß- und Farbbilder wild durcheinander gemischt werden. Deswegen achte ich in meiner Darstellung, sei es auf der Website oder im Fotoalbum, darauf, dass immer Gruppen von Bildern entweder in Farbe oder schwarz-weiß zusammen gehören.

Der oben bereits erwähnte Hochzeitsfotograf Kevin Mullins geht sogar soweit, diese Gruppen nach Thema zu orden. So sind in seiner Hochzeitsreportage etwa alle Bilder der Trauung schwarz-weiß, die Bilder vom Empfang in Farbe usw. So weit würde ich nicht gehen wollen, weil ich finde, dass Ihr von Eurer Trauung Bilder in schwarz-weiß und in Farbe benötigt. Gerne bekommt Ihr auch Bilder, die ich schwarz-weiß gemacht habe nachträglich auch in Farbe und umgekehrt, je nach Geschmack.

Ein paar Worte zum Schluss…

Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig es mir bei meinen Fotos ist, die Emotionen und die Stimmung im Moment einzufangen. Das ist allein der Grund, warum ich überhaupt Hochzeiten fotografiere. Es gibt für mich nichts schöneres, als die Freude, das Glück und die Rührung an diesem besonderem Tag im Leben so vieler Menschen zu erleben. Und das alles hinterher noch einmal zu sehen macht mir einfach Spaß. Auch jetzt, wo ich diesen Beitrag erstelle, freue ich mich erneut über die Fotos und bin auch ein kleines bisschen stolz.

Bestimmt gibt es Fotografen, die technisch korrekter Fotografieren, aber ich möchte gerne behaupten, beim Einfangen von Emotionen und Momenten bin ich ganz vorne mit dabei! Dafür brenne ich und das ist meine Leidenschaft. Und das macht mich als Hochzeitsfotografin einzigartig.

Du suchst einen Hochzeitsfotograf mit dem Blick für den besonderen Moment?

Bei mir bist Du genau richtig. Ich fange die Emotionen und besonderen Augenblicke auf Eurer Hochzeit ein und mache sie unvergesslich. Gemeinsam schaffen wir Erinnerungen für die Ewigkeit!